Wie erfindet man sich (in der IT) immer wieder neu

Man mag zu der Firma IBM stehen, wie man möchte, auch ich bin mitnichten ein glühender Verehrer dieses IT-Riesen, aber wie keine andere IT-Company hat sich IBM über die vielen Jahrzehnte ihrer Existenz immer wieder neu erfunden und von dieser Evolution ständig profitiert.  Während andere und viele/die meisten IT-Firmen auf ihren (vermeintlichen) Höhepunkten nicht darauf geachtet haben, sich neu auzurichten und häufig aufgrund eigener Arroganz/Ignoranz und übersteigertem Selbstbewusstsein daran geglaubt haben, mit eigenen Ideen und eigenen Mitteln (vor allem mit bewährten) weiterhin gut zu fahren, hat IBM dagegen häufig komplett konträr agiert.

IBM war sich nie zu schade, eigene Ideen über Bord zu werfen und von den Ideen anderer zu profitieren. Sei es die Großrechnerära, die PC-Ära, die Internet-Ära oder jetzt die Web2.0-Ära. IBM war immer dann am stärksten, wenn man nicht zu sehr auf sich selbst und seine Größe vertraute, sondern sich anderen und Anderem öffnete.

Die neueste Errungenschaft von IBM heisst so z.b. jetzt sMash. Obwohl IBM eigentlich DIE „echte“ Java-Company ist (wahrscheinlich und im Gegensatz zu SUN, dem Java-Erfinder, mit Java richtig viel Geld verdient und verdient hat), setzt IBM jetzt additiv auf eine neue Web2.0- und Mashup-orientierte Entwicklungsumgebung (obwohl als Erfinder der wahrscheinlich beliebtesten und erfolgreichsten IDE – Eclispe – dieser Schritt vermeintlich  nicht notwendig ist)

Und diese spricht nicht nur Java, sondern vorallem alte und neue Scriptsprachen. Obwohl PHP von vielen belächelt und als veraltet gilt, hat IBM erkannt, dass gerade PHP bei vielen Entwicklern beliebt und sehr schnell in der Entwicklung ist. Aber auch Groovy ist bei sMash mit von der Partie.

IBM Websphere sMash ist hierbei nur der IBM Produktname für das Ergebnis des Projektes Zero.

Faszinierend bei sMash ist nicht nur die Leichtfüßigkeit (sowohl in der Runtime, als auch in der Bedienung) einer Anwendungsentwicklung, sondern beeindruckend: die Entwicklungsumgebung, der sogenannte App Builder, ist eine reine Webanwendung.

Der Anwendungsentwickler muss also nichts installieren, sondern braucht nur einen Browser. Und diese Entwicklungsumgebung muss sich in keiner Weise verstecken, inkludiert diese sogar einen Debugger.

Mit sMash wurde somit die nächste Stufe agiler, schneller und „mashiger“ Entwicklung eingeläutet, und das von einer Firma, die bereits über 100 Jahre auf dem Buckel hat…alle Achtung!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.