Die Wolke bestimmt den Weg

Den IT Cloud Ansatz gibt es ja nun schon länger. „Irgendwie“ von Amazon mit EC2 begonnen und über die Google App Engine verfeinert. Nun ziehen weitere Anbieter nach, so wie z.B. SpringSource mit ihren neuen Enterprise Java Services.

Als Mitarbeiter von internationalen Großkonzernen habe ich diesen Trend interessiert verfolgt, mir aber auch immer gedacht: „Cool, aber ein Großunternehmen wird wohl nie seine Services und Daten bei Google hosten“.

Jetzt bin ich bei einer Diskussion über Cloudsysteme, die kritisierte, dass diese die Anwendungsentwicklung durch stringente Technologievorgaben stark einschränken, auf die Idee gekommen: „Den hier skizzierten Nachteil kann man doch auch zum Vorteil nutzen?“.

Seit über 10 Jahren bin ich nun in Architektur- und verschiedenen Leitungsfunktionen in diesen internationalen Konzernen unterwegs, seit 20 Jahren entwickle ich Software, und immer war meine Aufgabe, Anwendungsentwicklungstechnologien durch klare Vorgaben zu standardisieren und einzugrenzen, um die kostentreibende Flut vieler Entwicklungswerkzeuge und Frameworks einzuschränken bzw. zu begrenzen. Diese Aufgabe war stets aufwändig und auch in agilen Teams schwer zu kontrollieren bzw. einzufordern.

Mit einem Cloudansatz würde man diese sinnvolle Arbeit automatisieren. Große Unternehmen hosten nicht bei Google, sondern bauen sich in ihren riesigen Datacenters eigene Cloudsysteme nach Vorbild der Google App Engine auf (vielleicht kann man diese auch bei Google oder woanders einkaufen?).

Mit dieser Cloud wird dann der Standard-Technologie-Stack vorgegeben und nur das betrieben, was einer vorgegebenen Strategie entspricht. Somit wird an zentraler Stelle automatisch und ohne den erhobenen Zeigefinger der üblichen Deploymentkontrollen die Frage der kostenreduzierenden Entwicklungsstandards entschieden.

Ich denke, dieser Ansatz macht vorallem für große Unternehmen sehr viel Sinn. Bei Unternehmen mit 30.000 oder 100.000 Mitarbeitern laufen in der Regel auch einige tausend Entwickler durch die Gegend.
Diesen würde „die Wolke“ dann „blind“ den Weg zeigen 🙂

Und sicher, natürlich die ganzen Vorteile, die eine Clould sonst noch mit sich bringt – Einfachheit, Schnelligkeit, Sicherheit, Zuverlässigleit, Skalierung und, und, und…

Ich bin mal gespannt, wann es die ersten, internen Großunternehmen-Clouds geben wird. Enterprise- und Software Architekten werden sich in diesen Unternehmen freuen, da bin ich mir sicher…und die Unternehmen auch.

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