Wir retten jetzt unser Land

Seit vier Wochen habe ich nun mein Auto – wesentlich – „in die Ecke gestellt“ und fahre Bahn. Abgesehen von dem nicht zu unterschätzenden Unterhaltungswert regelmässiger Bahnfahrten sieht meine Kraftstoffbilanz wie folgt aus: Der monatliche Benzinkonsum konnte von 300 Litern auf 50 Liter Kraftstoff reduziert werden.

Ich kann jetzt nicht wissenschaftlich einschätzen, wie sich diese Zahlen konkret auf meine persönliche Umweltbilanz auswirken (CO2 etc.), aber wenn jeder Bundesbürger ähnlich agieren würde und vorallem könnte, dürfte auf der einen Seite unsere Umwelt schon wesentlich geschont werden und auf der anderen vorallem der Ölbedarf unseres Landes deutlich sinken.

Ich sage hier bewußt ‚könnte‘, denn unser Land ist bei weitem noch nicht dementsprechend ausgerichtet, so dass es jedem und jederzeit möglich ist, ähnlich zu agieren.

Hier sollte deutlich mehr in entsprechende Infrastrukturmaßnahmen investiert und unsere Arbeitsmodelle müssten weiter (oder endlich mal!) modernisiert werden. Leben und Arbeiten muss wieder deutlich intensiver am gleichen Ort stattfinden und „Remote-Arbeiten“ und Homeoffice zum gelebten und vorallem akzeptierten Standard werden.

Über beides wird viel geredet, seit Jahrzehnten, aber echte Trends sind nicht zu erkennen (auch bei der Bahn nicht), eher Gegentends, wenn ich an die Pendlerpauschale und Abwrackprämie denke.

Und wenn unser Land eine echte und gute Chance hat/haben soll, dann ist es die, sowohl seine Wissenschaft/Bildung weiter auszubauen (im Besonderen im Bereich der Ökologie und der Soziologie), als auch ein, der lebenswerte Ort in Europa und auf der Welt zu werden. Denn dieses Attribut ‚lebenswert‘ wird der Standortvorteil der nächsten 50 bis 100 Jahre, glaube und denke ich.

Während sich andere Länder, vorallem Schwellenländer, über eine neue industrielle und eigentlich schleichend vernichtende Revolution definieren, wird in den nächsten Jahrzehnten der Bedarf groß sein, erheblich größer werden, in modernen und stabilen, gut ausgebildeten und lebenswerten Gesellschaften zu leben – das wird m.E der Wettbewerbsvorteil der Moderne, zumindest der Einzige, welcher in unserem Land eine echte Chance hat.

Und deswegen müssten auch konservative Wirtschaftspolitiker, Liberale, Sozialdemokraten, Linke, eigentlich alle Politiker, wollen diese die Wirtschaft und die Zukunft unseres Landes sichern, Grün denken. Denn Grün ist mitnichten nur eine Umweltbewegung oder Partei, Grün wird die Farbe der Wirtschaftszukunft und der/unserer Standortsicherung sein. Entsprechende Wahlwerbung habe ich noch nicht gesehen.

Vergeßt das nicht, bei allen Krisen, die aktuell zu bewältigen sind. Denn wenn die „Schornsteine rauchen“,  und wir uns über neue Absatzzahlen in der Automobilindustrie freuen, ist das vielleicht kurzfristig eine Freude, die Zukunft unseres Landes kann und wird es nicht sein…und das sage ich, als jemand, der weder den Grünen angehört, noch in der Vergangenheit wirklich ein Supporter dieser Partei war.